la pièce de résistance

Observing the hypocrites

Ja, es ist wieder soweit. Die katholische Kirche, ein mutinationaler Konzern mit unvorstellbaren Geld- und Immobilienwerten, in Deutschland unterstützt durch steuerliche Abgaben, wirft "Managern" Gier und ein "Nichteinhalten der katholischen Soziallehre" vor, die natürlich auch für nichtkatholische Personen verpflichtend sein sollte. Aus einer moralisch gesehen so simplen Einstellung wie "Es ist nicht in Ordnung, dass enige mehr haben als andere" zu argumentieren, ist meiner Meinung nach schon fast zu einfach, um als voll genommen zu werden.

Ganz allgemein gesehen ist der aktuelle Kanon, dass "gierige Manager" und "skrupellose Banker" die Krise verursacht haben, die jetzt den Wohlstand der Bürger gefährdet. Was jedoch der Verdienst dieser Menschen war, nämlich dass praktisch alle im absoluten Überfluss gelebt haben - und das für Jahrzehnte - wird natürlich gerne verschwiegen. Man nimmt alles für selbstverständlich, das eine Weile anhält (wie den Reichtum in der Ersten Welt in den letzten Jahrzehnten), aber wenn sich dieser Umstand nun auf einmal gegen sich selbst wendet, will man immer schon der Meinung gewesen sein, dass Banker zu viel verdienen und Manager zu riskante Geschäfte machen, und vice versa. So etwas ist definiert als Heuchelei.

Natürlich ist seitens meines Lieblingsbischofs Mixa damit nicht alles zur Lage der Nation gesagt. Nein, denn abstruser geht es weiter: Der Atheismus ist schuld an der Gewaltherrschaft der Nazis und anderer entsetzlicher Verbrechen in der Weltgeschichte. Nun lohnt es nicht, die Gewaltverbrechen der "Heiligen Römisch-Katholischen Kiche" in der Vergangenheit umfassend aufzuzählen, denn jeder hat ein grobes Bild davon - und es würde wahrscheinlich den Rahmen dieses Textes sprengen. Der Fehler, den Mixa dabei macht, ist folgender: Er definiert den Glauben an die Kirche und Gott als die einzige Möglichkeit, Menschlichkeit, Frieden, Verständnis, Solidarität und Liebe zu verbreiten, weswegen es natürlich inhärente Eigenschaft des Atheismus, also des Nichtglaubens ist, das genaue Gegenteil dessen zu verbreiten. Wo also Terror und Gewalt herrscht, ist automatisch die Gottlosigkeit am Werk. Im Sinne dieser Definition hat der gute Mann also vollkommen Recht, wenn man diese These denn als gültig anerkenn möchte - was ich sicherlich nicht tue.

Die Kirche versucht sich ihre Aktualität und Relevanz dadurch zu erhalten, sich immer die jeweils von der Masse gefragten positiven Attribute selbst zuzuschreiben, um dadurch Vetrtrauen, Anerkennung und vor allem Zulauf zu erhalten. Im Moment sind diese Attribute eben harsche Kritik am Kapitalismus, Hoffnung, das Suchen eines Sündenbocks und dessen Rufmord in der Öffentlichkeit; das Wort "Manager" hat mittlerweile Beleidigungscharakter, wenn jemand damit tituliert wird.

Die umstrittene und kontroverse Rolle der katholischen Kirche in Deutschland zwischen 1933 und 1945 völlig außen vor gelassen (um auf das selbstgewählte Beispiel Mixas zurückzugreifen - natürlich hat die katholische Kirche nicht Hitler als Diktator eingesetzt, aber wer solche Umstände wieder in die Öffentlichkeit bringt, muss auch damit rechnen, dass nachgehakt wird - wobei mit der These, dass es der Atheismus war, der das Regime möglich gemacht hat, die Kirche ja wieder als dessen größter Feind dasteht und so also Bewunderung verdient), ist es meiner Meinung nach gerade ein Symptom der Nichteinsichtigkeit und Engstirnigkeit seitens der Kirche, ihren Weg als den einzig wahren zu propagieren, dessen Alternativen zwangsläufig in den Untergang der Menschlichkeit führen müssen.

 

12.4.09 19:42

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