la pièce de résistance

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."

Der Pro7-Teletext stellt in seinem TED die sinnige Frage "War die DDR ein Unrechtsstaat?". Zu der Zeit, als ich mir die Ergebnisse dieser Umfrage angeschaut hatte, hatten über 500 Leute für "Nein" angerufen, fast 60%. Ein polemischer Rückschluss zu diesem Erbebnis liest sich wie folgt:

"Ungebildete Menschen wissen nicht viel über Geschichte und Politik und haben aufgrund ihrer fehlenden Bildung keine Arbeit oder eine, die sie nicht sehr auslastet. Ebenfalls aufgrund ihrer Bildung lesen sie nicht viel, was zu fundiertem Wissen beitragen könnte. Anstattdessen konsumieren sie viele TV-Inhalte und geben Geld für Telefonanrufe bei besagtem Teletext aus, um ihre verklärte, fundamentlose und neutral beobachtet dumme Meinung kundzutun."

Auf Stammtischniveau kann ich dem zustimmen, wobei die Erklärung natürlich eine andere, tiefergehende sein wird, die ich hier aber nicht anführen kann - weil sie mir nicht bekannt ist.

Zum eigentlichen Thema: Ich halte es für eine gefährliche Entwicklung, dass die DDR in den Köpfen vieler Menschen als erstrebenswerte Idee für unsere heutige Gesellschaft weiterhin existiert, dass unkritisch mit den damaligen Ideologien umgegangen wird und sogar T-Shirts und anderes Merchandise mit Hammer und Sichel reißenden Absatz findet.

Aber um bei der Polemik zu bleiben, muss ich natürlich eine reductio ad hitlerum (siehe hier) zu Felde führen:

"Wer ein T-Shirt mit der Fahne der DDR trägt, sollte sich nicht über andere aufregen dürfen, die T-Shirts mit Hakenkreuzfahnen tragen - Gewahltregime bleibt Gewaltregime und totalistischer Staatsterror bleibt totalistischer Staatsterror. Wer die DDR verteidigt, spuckt auf die Gräber derer, die am Eisernen Vorhang erschossen wurden und auf die Andenken derer, die für Freiheit und Demokratie in einem Unrechtsstaat gekämpft haben."

Abgesehen von den innenpolitischen Implikationen, die ein solcher Wahlkampf hervorruft und wegen derer ich an der Stelle von Gesine Schwan meine Kandidatur längst zurückgezogen hätte, wünsche ich mir auch einen Bundespräsidenten, der nicht entweder aus Verklärtheit oder aus Wahlkampfgedanken (Lafontaines roter Haufen soll sie ja schließlich auch wählen) zögert, die DDR als das zu bezeichnen, was sie war.

21.5.09 20:36

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