la pièce de résistance

Auch DU gehörst der Drogenbeauftragten!

Sabine Bätzing (81), die Antifreiheitsbeauftrage der Bundesregierung, hat nach den jüngsten Forderungen nach einem "Antialkoholmissbrauchsunterricht" in der Schule weitere effektive Lösungsvorschläge für dringende Probleme der Bundesrepublik vorgelegt.

Es könne nicht sein, dass Eltern ihre siebzehnjährigen Kinder nach bestandener Prüfung mit einer Flasche Sekt von der Schule abholen. Daher Bätzings Vorschlag: Zwangspartifikation für Eltern an Schulungen, in denen ihnen der verantwortungsbewusste Umgang mit ihrem täglichen Einkauf beigebracht werden soll. Außerdem wurde die Einführung eines elektronischen Einkaufszettels gefordert, der Worte, die etwas mit Alkohol zu tun haben, nicht mehr wiedergibt; so würden Erwachsene davon abgehalten, "mal schnell im Aldi 'ne Pulle Rotkäppchen mitzunehmen und total asozial ihre Kinder damit abzufüllen".

Bätzing habe weiterhin von Fällen gehört, bei denen alkoholfreies Bier an Minderjährige ausgegeben wurde. "Das ist ein Skandal", so die sympathisch-farblose Bundestagsabgeordnete, "da jeder weiß, dass Alkoholismus in erster Stufe mit alkoholfreien Getränken anfängt. Diesen Wirten muss die Lizenz entzogen werden."

Inspirierte Vorschläge wie Warnaufkleber auf Bierdosen (''Wer Alkohol trinkt, ist ein schlechter Mensch"; ''Der Führer raucht nicht und trinkt keinen Alkohol"; "In der Hölle wirst du dafür brennen''), Warnaufkleber auf Zigarettenpackungen, Warnaufkleber auf Autos, Warnaufkleber auf Fußgängerüberwegen, Warnaufklebern auf Warnaufklebern (''Kleberschnüffeln ist eine Droge!''), Warnaufkleber auf Kartoffelchipspackungen und Warnaufklebern auf Mineralwasserkästen (''Treiben Sie es nicht zu wild - kein Wasser vor vier!''), jeweils verbunden mit einem eigenen Schulfach, in dem die satanischen Eigenschaften des jeweiligen zu missachtenden Subjekts eingehämmert werden, beleben die hiesige Politik und bringen einen frischen Wind in die verstaubten Parlamentshallen.

Bösartige Berichte, wonach sich Bätzing mit Forderung wie dem Stopp des Verkaufs von Online-Rollenspielen an Minderjährige nur derart aggressiv profilieren wolle, dass sie auf jeden Fall in der höchstwahrscheinlich kommenden SPD-Bundesregierung einen lukrativen kleinen Posten abgreifen wird, weist die verantwortungsbewusste Westerwälderin (''Ich hatte noch nie Sex, ähm, ich meine, ich war noch nie betrunken'') entschieden von sich.

"Das sind abartige Unterstellungen. Mir liegt nur das Wohl unserer Jugend am Herzen, und dieses Wohl lässt sich nun mal am Besten mit totalitären Verboten und möglichst früher Indoktrinierung ohne Möglichkeit der Verteidigung, sprich der Grundschule, erreichen. Wer mir nicht zustimmt, ist ein verantwortungsloses und mutwillig kindergefährdendes Elternteil. Und ein Hitleranhänger."

 

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Ich kann jedem nur die Website dieser Person empfehlen. Besonders die "5 Fragen an Sabine Bätzing" sind geradezu grandios kurios und erschreckend orthografisch ausgearbeitet. Aber Bätzings Zeichensetzung, besonders, was Gedankenstriche und vor allem "Anführungszeichen" angeht, scheint genauso kreativ wie ihre Arbeit als Drogenbeauftrage zu sein. Unglücklicherweise bin ich aus ihrem Wahlkreis ausgezogen, kann also nicht mehr dazu beitragen, dass sie keinen Sitz mehr im nächsten Bundestag erhalten wird; ich kann daher nur an alle im Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen appellieren, uns von dieser wandelnden Plage zu befreien.

 

 

17.7.09 16:44

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